Schwierigkeiten in der Schule?! 

Die Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)

Warum ist eine Lerntherapie bei einer Lese- und Rechtschreibschwäche notwendig?

  • Mögliche Beeinträchtigung des Bildungsverlaufs
    Die immer noch häufig vertretene Meinung, dass sich die Legasthenie „auswachse“ und dass mit Einsetzen der Pubertät die Schwierigkeiten sich deutlich verringern, kann durch Längsschnittstudien nicht belegt werden. Die Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben sind sehr entwicklungsstabil, d.h. dass Kinder mit ausgeprägten Lese- und/oder Rechtschreibschwierigkeiten zum Ende der 2. Klasse häufig bis zum Schulabschluss ihre Schwäche behalten.

  • Mögliche Störungen der Persönlichkeitsentwicklung
    Neben Beeinträchtigung des Bildungsverlaufs können sich auch Störungen der Persönlichkeitsentwicklung und der sozialen Anpassung ergeben. Immer wiederkehrende Misserfolge im Zusammenhang mit der Schule, ein erhöhter Zeitaufwand beim Lernen und ein Mangel an Anerkennung führen zu einer Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls. Eine Häufung psychischer Auffälligkeiten bei Kindern mit LRS wird immer wieder beschrieben. Dabei werden insbesondere folgende Störungen erwähnt:

  • Emotionale Störungen
    Insbesondere im frühen Schulalter zeigen viele Kinder mit LRS Leistungsängste, überempfindliche Reaktionen bei Kritik und eine Neigung zu Verstimmungszuständen. Viele Kinder entwickeln Schulunlust und Schulangst. Einige reagieren mit Rückzug und depressiven Symptomen oder mit Auflehnung, Trotz und aggressivem Verhalten.

  • Psychosomatische Beschwerden
    Im Zusammenhang mit schulischen Anforderungen wird über Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen geklagt. Die Kinder geben Kopfschmerzen an und neigen zu Schlafstörungen. Ein sekundäres Einnässen kann auftreten.

  • Hyperkinetische und Aufmerksamkeitsstörungen
    Vielen Kindern mit LRS fällt es schwer, sich auf Aufgaben zu konzentrieren. Sie zeigen eine motorische Unruhe und das Stillsitzen fällt ihnen schwer.

  • Störungen im Sozialverhalten
    Manche Kinder mit LRS neigen zu verstärkten Trotzreaktionen, Wutanfällen und aggressivem Verhalten.

  • Die Situation zu Hause
    Die Hausaufgabensituation zu Hause ist häufig problematisch. Da Lese- und Schreibübungen zu keinem rechten Ergebnis führen, sind Kinder und Eltern frustriert. Die Kinder weigern sich, sobald es um Lesen und Schreiben geht, und die Hausaufgabensituation belastet die gesamte familiäre Atmosphäre. Die Eltern, die bislang eine unauffällige Entwicklung ihres Kindes beobachten konnten, sind über das Versagen in der Schule enttäuscht und machen sich Sorgen um die Zukunft ihres Kindes. Viele Eltern versuchen durch immer intensiveres und längeres Üben, den Rückstand aufzuholen, wodurch dem Kind immer weniger Zeit zum Spielen und zur Erholung zur Verfügung steht. Diese Überforderung kann zu Verweigerungshaltung mit Schulunlust oder zu Schulängsten und körperlichen Beschwerden im Zusammenhang mit schulischen Anforderungen führen.

    Auch das Verhältnis zwischen Schule und Elternhaus, wird häufig angespannt und ist durch gegenseitige Schuldzuweisungen gekennzeichnet. Von Seiten der Schule wird mehr häuslicher Fleiß angemahnt, während die Eltern der Lehrkraft die Schuld für den unzureichenden Lernerfolg geben.

In so einer Situation ist eine Lerntherapie sinnvoll und notwendig.

Ein Erkennen der LRS kann zu einer deutlichen Entlastung aller Beteiligten führen und Verständnis bei Eltern und Lehrkräften für die Schwierigkeiten des Kindes wecken. Die Therapie orientiert sich nicht am aktuellen Schulstoff, sondern am individuellen Stand des Kindes auf dessen Grundlage ein individueller Therapieplan erstellt wird. Neben der Verbesserung der Lese- und Rechtschreibleistung des Kindes, zielt die Lerntherapie auf Stärkung des Selbstvertrauens, Verminderung von Versagensängsten und Entspannung der Situation in der Schule und bei den Hausaufgaben.

Die Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)

Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) haben von Anfang an Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Ihre verbalen Sprachfähigkeiten sind davon meist nicht betroffen, und auch ihre allgemeine Intelligenz entspricht mindestens dem Altersdurchschnitt. Da eine LRS nicht auswächst, können ihre Auswirkungen auf die Bildungs- und Berufschancen der betroffenen Kinder gravierend sein.

Man spricht bei der Diagnose von einem "doppelten Diskrepanzkriterium": Die Lese- oder Rechtschreibleistung ist deutlich niedriger als es der übrigen Altersgruppe entspricht und die Lese- oder Rechtschreibleistung ist deutlich schwächer als es der Intelligenzquotient erwarten ließe.

Neben dem Begriff Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) werden auch die Begriffe Legasthenie sowie Lese- und Rechtschreibstörung für die genannten Probleme verwendet. Das häufig gebrauchte Fremdwort "Legasthenie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt "Leseschwäche". Nach der internationalen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Lese-Rechtschreibstörung eine umschriebene Beeinträchtigung der Entwicklung der Lesefertigkeiten und in der Regel damit verbunden der Rechtschreibfähigkeiten, die nicht durch eine Intelligenzminderung, unzureichende Lernbedingungen, unkorrigierte Seh- oder Hörstörungen, ausgeprägte neurologische Defizite oder emotionale Störungen bedingt ist.

Häufig wird auch die rein beschreibende Bezeichnung "Lese-Rechtschreibschwierigkeiten" verwendet. So spricht die Kultusministerkonferenz von "besonderen Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und/oder Rechtschreibens". Wir sprechen daher zusammenfassend von Lese-/Rechtschreibschwäche, wenn die Leistungen im Lesen/Schreiben hinter dem sonstigen Niveau der Leistungsfähigkeit des betroffenen Kindes zurückbleiben.

Die LRS ist international anzutreffen, sie kommt in allen Ländern der Welt ungefähr gleich häufig vor. Eine LRS ist nicht auf das Kindesalter beschränkt, sondern auch noch im Erwachsenenalter von Bedeutung. Jungen sind etwa 3-mal häufiger als Mädchen betroffen.

 

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